Icewine
Quelle: VQA Ontario
Historie
Der erste Eiswein wurde Ende des 18. Jahrhunderts in Deutschland erzeugt, als ein sehr früher Frosteinbruch die Winzer vor der regulären Ernte überraschte. Die Winzer ernteten und pressten die gefrorenen Trauben und vergoren den süßen Saft zum ersten Eiswein. Von da an wurde in Deutschland aber auch in Österreich Eiswein hergestellt, wobei dies aufgrund der klimatischen Bedingungen nicht jedes Jahr gelang.
Durch Deutsche Einwanderer kam die Tradition dann nach Kanada. Diese begannen Mitte der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts sowohl in Britisch Kolumbien als auch Ontario mit der Icewine Herstellung. Die klimatischen Bedingungen – warme Sommer während der Wachstums- und Reifeperiode und kalte aber nicht zu kalte Winter – ermöglichen, von sehr seltenen Ausnahmen abgesehen, zuverlässig eine jährliche Icewine Produktion. Ontario ist mittlerweile der weltweit führende Icewine Produzent
Icewine Herstellung
Icewine ist ein außergewöhnlicher Süßwein, der aus am Rebstock gefrorenen Trauben hergestellt wird. Durch Pressen im gefrorenen Zustand entsteht ein süßer, konzentrierter und hoch aromatischer Saft.
Im Herbst werden zur Vorbereitung der Icewine Produktion zunächst die Trauben durch Netze vor den Vögeln geschützt. Im November werden dann die für die Produktion vorgesehenen Trauben durch VQA Inspektoren nach Traubensorte, Rebfläche und geschätztem Ertrag registriert. Die Trauben bleiben dann solange am Rebstock, bis sich eine Temperatur von -8ºC oder niedriger nachhaltig einstellt, erfahrungsgemäß im Zeitraum zwischen Dezember und Februar. Zwischen dem Ende der Reifeperiode und der Eisweinernte dehydrieren die Trauben und entwickeln dabei durch Konzentration die Eiswein typische Komplexität.
Im möglichen Zeitkorridor für die Eisweinernte wird versucht ein optimales Zeitfenster mit Temperaturen zwischen -10ºC und -12ºC zu finden, das dann zu einem Lesegut von 35º – 39º Brix Zuckergehalt führt. Typischerweise ist dazu ein Zeitraum von mindestens 6 Stunden erforderlich für Ernte und Pressvorgang, was in der Regel nur in der Nacht möglich ist. Auf den meisten kleinen und mittelgroßen Weingütern erfolgt die Eisweinernte durch Handlese. Maschinelle Ernte gibt es erst seit kurzer Zeit und ist eher eine Option für größere Weingüter.

Unmittelbar nach der Lese wird das gefrorene Traubengut in kleinen hydraulischen Pressen unter sehr viel höherem Druck als bei der regulären Ernte gepresst. Durch die gefrorenen Trauben bleibt das Eis in der Presse zurück, nur ein geringer Anteil wird als hochkonzentrierter Saft extrahiert. Der Eiswein Ertrag beträgt etwa 1.300 Liter pro ha, was nur etwa 15% des Ertrages bei Stillweinen ausmacht.
Eiswein ist sehr süß und damit nicht einfach zu vergären. Der hohe Zuckergehalt ist für die Hefe eher unverträglich, sodaß die Vergärung früh gestoppt wird, im Ergebnis mit Weinen hoher Restsüße und geringem Alkoholanteil.
Icewine Charakteristiken und Stile
Icewine habt eine intensive Aromencharakteristik reifer tropischer Früchte wie z.B. Lychee, Papaya und Ananas. Obwohl mit großer Süße ausgestattet gibt ihnen ihre Säurestruktur am Gaumen eine perfekte Balance ohne klebrig zu wirken.
Icewine ist der perfekte Dessert-Begleiter oder aber auch ein Genuß für sich selbst oder in Verbindung mit herzhaften Spezialitäten wie Gänseleberpastete und Schimmelkäse. Icewine wird aber auch zur “Dosage” in Schaumweinen und als aromatische Zugabe in Cocktails verwendet.

